Die letzten drei Tage am Bodensee

Schiffsanlegestelle Oberstaat

Tag 6

Von Lindau nach Wasserburg und zurück

Urlaub am Bodensee und noch nicht mit dem Schiff gefahren, dass geht garnicht – deshalb fuhren wir von Lindau mit der Fähre nach Wasserburg und zurück machten wir eine Wanderung. Knapp 5 Minuten nach Kauf der Fahrkarten  legte das Boot schon ab. Vorbei an der Hafeneinfahrt, wo die Besucher vom Leuchtturm und auf der anderen Seite vom sitzenden bayrischen Löwen begrüsst werden.

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Hafeneinfahrt Lindau mit Leuchtturm und bayrischer Löwe

20 Minuten dauerte die Fahrzeit bei tollem Wetter bis Wasserburg – viel zu kurz -. Entschädigt wurden wir bei der Ankunft , denn wir hatten einen der schönsten Blicke  auf Kirche und Schlösschen von Wasserburg. Die Barockkirche St. Georg schiebt sich auf einer Halbinsel weit in den See.

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Barockkirche mit Schlösschen in Wasserburg

Schon deshalb ist Wasserburg ein beliebtes Ausflugsziel. Das Malhaus, vor über 400 Jahren von der Augsburger Kaufmannssippe der Fugger als Gerichts- und Amtshaus erbaut, ist heute Heimatmuseum. Wir versuchen am Seeufer weiter auf unsere Wanderung zu gehen. Aber weit kommen wir da nicht, weil der Villengürtel von Bad Schachen  uns immer wieder ins Innland drängte. Alles Privatbesitz, kein Zugang zum See für die Öffentlichkeit. Nicht umsonst wird diese Gegend von den Lindauern als „Bayrische Riviera“ bezeichnet. Den Anstoß gab 1848 der bayrische Prinzregent Luitpold, als er sich eine“Sommerfrische Villa“ hier kaufte. Bis zum Ersten Weltkrieg hatten sich bereits viele Adelige und Großbürger hier nieder gelassen. Entsprechend gediegen und selbstverständlich reich geht es in den altehrwürdigen Hotels und Landhäusern zu. Einen Seeblick kann man, als „Normalsterblicher“ nur noch in einem der drei Schwimmbädern erhaschen. Auch die Wege gehen zwar durch schöne Parkanlagen, sind aber alle asphaltiert. Für Radfahrer gut zu befahren, aber nicht als Wanderweg zu  benutzen. Von dem her waren wir ganz froh nach zwei einhalb Stunden wieder zurück in Lindau zu sein.

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Mangturm in Lindau

Hier schlenderten wir noch etwas durch die schöne historische Altstadt. Der Blick in die Auslagen der Geschäfte wies auf ein zahlungskräftiges „Schweizer Publikum“ hin. Wir machten uns dann auf den Rückweg, weil die Hinfahrt schon zwei Stunden, vom anderen Ende des Sees gedauert hatte. Ich mag nicht mehr daran denken – Auf der Rückfahrt aus der Stadt folgten wir den Schildern  – „In alle Richtungen“ -. Das war ein Fehler, wir haben uns total verfahren.  Etwas versöhnlicher stimmte uns dann das Abendessen, was wir direkt auf der Rückfahrt noch einnahmen, bevor wir in Singen ankamen.

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Garten in Lindau

 

Tag 7

Rund um den Mindelsee (13,2 km)

Zum Ende unseres Bodensee Urlaubes hatten wir uns noch eine schöne Wanderung vorgenommen. Ganz in der Nähe von Radolfzell. Wir starteten in Markelfingen, abseits der Touristenpfade, entlang des Mühlbaches. Der See lag ruhig und friedlich in einem Naturschutzgebiet. Größtenteils liefen wir anfangs durch Wald, was wegen der Wärme sehr angenehm war.

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Mindelsee

Auf der anderen Seeseite verlief der Weg etwas abseits vom Seeufer, dafür hatten wir später die schöne Aussicht über das gesamte Naturschutzgebiet. Ein Café´, was uns von Anwohnern beschrieben wurde, haben wir nicht gefunden. Lediglich an einem Reiterhof kamen wir vorbei. Vielleicht hätten wir dort reingehen müssen ? Kurz vor Ende der Seerunde, etwas versteckt, war eine gut besuchte Badestelle, der einzige Zugang zum See. Hier vergnügten sich einige einheimische Kinder mit ihren Eltern beim erfrischenden Bad im See.

IMG_4606.jpgDank des Naturschutzgebietes und der verkehrsfreien Lage konnte sich die Pflanzen- und Tierwelt mit den vielen Vogel-, Schmetterlings und Käferarten erhalten. Selbst für Fussgänger waren nur das Südufer und die Nordwest Bucht zugänglich. Anschließend liefen wir noch weiter durch den Ort Markelfingen bis wir am Bahnhof ein Café fanden. Der längere Weg hatte sich trotz der Hitze gelohnt, denn wir bekamen unseren ersehnten Kaffee mit Kuchen und Radler für den Durst.

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Brunnen in Möggingen

Auf dem Nachhauseweg zum Hotel machten wir noch einen lohnenswerten Abstecher auf den Vulkankegel des „Hohentwiel“. Es ist eine Festungsruine oberhalb des Ortes Singen. Da Singen nicht am Ufer des Bodensees liegt und keine historische Altstadt besitzt sollte man sich die Burgruine anschauen. Leider konnten wir in die Burg nicht mehr hinein, weil vor einiger Zeit ein Steinschlag abging und die obere Burg musste gesperrt werden.

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Burg Hohentwiel in Singen

Ein gutes Stück fuhren wir mit dem Auto hoch, dann ging es weiter steil zu Fuss immer den Berg rauf bis zum Burghof. Von dort bot sich ein toller Ausblick auf die Umgebung von Singen. So hatten wir es doch noch einmal geschafft, hier rauf zu kommen, bevor wir nach Hause fuhren.

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Tag 8

Öhningen,  Rundwanderweg mit Klingenbachschlucht am Untersee (8,1 km)

An unserem letzten Urlaubstag zogen wir noch einmal die Wanderschuhe an und gingen eine kurze Runde. Eigentlich wollten wir ein paar Tage noch verlängern, aber das Hotel war ausgebucht. Kein Wunder, zur Zeit der „Bregenzer Festspiele“ und am Wochenende war “ Lichterfest in Konstanz“, da ist in der ganzen Umgebung kurzfristig nichts mehr frei. So machten wir unsere Abschiedsrunde vom Bodensee. Zu Beginn der Wanderung deutete sich ein schöner Tag an, es wurde wieder sonnig. Wir starteten an der Schiffsanlegestelle Oberstaat. Das erste Stück ging entlang auf einem Radweg, etwas abseits vom See, dort war wieder viel „privat“. Bald schon ging es bergauf und es wurde mächtig warm. Auch kamen die ersten lästigen Mücken und machten uns zu schaffen.

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Höhenwanderweg Öhningen

Dafür hatten wir aber einen beeindruckenden Seeblick auf diesem Stück Höhenwanderweg. Als wir dann wieder abstiegen und durch den Wald kamen, hatten wir die lästigen Plagegeister abgehangen. Hier zwängte sich der Pfad durch die sogenannte“ Klingerbach Schlucht“. Stege trugen uns über den romantischen Waldbach. Nach gut zwei Stunden erreichten wir wieder Öhningen und kamen am Strandbad und an der  Schiffsanlegestelle zurück. Hier gab es eine kleine Imbiss Bude, leider war die Auswahl nur zwischen Kuchen oder Wurstsalat, Hauptsache die Getränke stimmten -Kaffee und Fassbrause -.😋

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Klingerbach  Schlucht

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Auf der Weiterfahrt machen wir Stop in Stein am Rhein, am Schweizer Ufer. Nachdem wir die Parkplatzzahlung über den Automat erledigt hatten gingen wir durch die kleine Bilderbuch Innenstadt. Stein am Rhein liegt am westlichsten Seezipfel, wo der Rhein den Untersee verlässt. Im mittelalterlichen Stadtkern gruppieren sich spitz giebelige Gast-und Bürgerhäuser mit Fachwerk, Erkern und Fassadenmalereien. Die Fresken an den Häusern wurden zum großen Teil im 19.Jahrhundert angebracht. Die ehemals wohlhabende Stadt hat davon profitiert, dass der See schmal wird und die Waren auf kleinere Schiffe umgeladen werden mussten, dieses ließ sich Stein a.Rhein gut bezahlen.

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Stein am Rhein

Nach unserem Rundgang setzten wir uns ans Rheinufer und ruhten uns aus, denn es war sehr heiß und die Wanderung machte müde. Bald fuhren wir auch zurück nach Singen, packten unsere Koffer, denn am nächsten Morgen war Abreise.

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Fazit: Der Bodensee ist eine weitere Reise Wert, es gibt noch viel zu sehen und zu unternehmen.

 

2 Gedanken zu “Die letzten drei Tage am Bodensee

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