Ein letzter Blick auf Teneriffa

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Teil VI

Jede Reise hat ein Ende und jede Geschichte braucht einen Abschluss.

Da unser Urlaub eine Wanderreise war haben wir auch noch eine schöne Küstenwanderung von Puerto de La Cruz zum Mirador San Pedro gemacht. Der Einstieg begann am Hotel Maritim, ein auffälliges blaues Hochhaus. Vorbei an alten Bausünden liefen wir mit mehreren Auf- und Abstiegen an der Steilküste entlang nach Westen. Durch die wechselnden Ausblicke entlang dem Klippenweg wurde es uns nicht langweilig.

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Nach einer Kaffeepause im Restaurant “ San Pedro“ gingen wir den Weg, weil er so schön war, auch wieder zurück. Nach gut drei Stunden (10 km)  erreichten wir unseren Ausgangspunkt. Wem der Rückweg zu weit wird, kann auch mit der Buslinie 381 vom Mirador fahren bis EL Burado.

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Nicht nur Bausünden, sondern ein typisches altspanisches Herrenhaus auf einer Bananenplantage sahen wir auf unseren Weg

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Casa Hamilton (1903), Rest einer nach damaligen Verhältnissen revolutionären Wasserpumpanlage. Mit ihr gelang es, eine der reichsten Quellen des Orotavatals für die Landwirtschaft nutzbar zu machen.

Der Weg wird „Sendero del Agua“ (Wasserpfad) genannt, weniger weil er ständig an der Steilküste entlangführt, sondern weil man die wichtigen wasserbautechnischen Anlagen und Quellen passiert.

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Bei unserer letzten Rastpause gesellten sich einige Hühner zu uns und picknickten mit.

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Am nächsten Tag holten wir dann unsere gebuchte Fahrt nach Gomera nach, die wir krankheitsbedingt vor 1 einhalb Wochen absagen mussten. Dafür war es nötig um 4 Uhr früh aufzustehen, weil uns der Bus um kurz nach 5 Uhr abholte. Als nächstes wurden dann noch weitere Gäste aus den anderen Hotels eingesammelt. Dann ging es los über Santa Cruz nach Los Christianos zum Fährhafen, fast um die ganze Insel. Anschließend fuhren wir 1 Stunde mit der Fähre bis San Sebastian auf Gomera. Hier stiegen wir in einem anderen Bus, der mit uns die Besichtigung machte.

Vor 12 Jahren war ich schon einmal zu einem Wanderurlaub für 14 Tage auf La Gomera. Ich hatte sehr gute und schöne Erinnerungen von der Insel. Die jetzige Tagesreise ging als erstes zum Nationalpark „Garajonay“ und zum einzigen Lorbeerurwald der Kanaren. Na ja, davon war leider nicht mehr so viel übrig geblieben. Es zogen auch gerade dunkle Wolken über Gomera und es wurde sehr feucht beim kurzen 30 Minuten Rundgang. Ich konnte mich noch gut erinnern, an meinen ersten Urlaub auch da hatte es jedesmal geregnet und gestürmt, wenn wir hier oben waren. Also quetschten wir uns alle in das Infocentrum und kauften  dort die letzten staubtrockenen Kekse auf, denn der Magen meldete sich so langsam. Am Morgen gab es bereits um 5 Uhr im Hotel ein klitzekleines Frühstück, was nicht lange vor hielt. Dann setzten wir, mit einigen anderen Bussen, unsere Rundfahrt fort. An allen Haltepunkten parkten  bereits, die vor uns fahrenden Busse. So dass es schwierig war auch nur ein  vernünftiges Foto zu machen.

In Arure, einem Landgasthof, machten wir Mittagspause. Zuvor warteten wir aber bis die Plätze der vorherigen Besucher geräumt waren, dann ging alles ganz schnell und wir waren wieder draussen, stiegen in den Bus und machten uns auf die Rückfahrt. Beim Essen wurde uns von 2 Einheimischen die Pfeifsprache vorgeführt, leider sehr schnell und oberflächlich. Ich kann das so sagen, weil ich es schon einmal ausführlicher erlebt habe. Mit der Pfeifsprache unterhielten sich früher die Hirten über die Täler hinweg. Heute sind es nur noch wenige, die das beherrschen.

Zurück am Hafen von San Sebastian reichte die halbe Stunde Zeit, bis zur Abfahrt der Fähre, gerade noch für einen schnellen Kaffee. Am Abend kamen wir erst bei Dunkelheit in Puerto de la Cruz an. Bis alle Gäste wieder in ihren Hotels waren schaukelten wir noch lange im Bus. Ich war richtig enttäuscht, den ganzen Tag gefahren und nicht die schönen  Teile von Gomera gesehen. Nicht ins „Vale Gran Rey“ (Tal der Könige) gewesen, durch die spektakulären Täler mit ihren tiefen abenteuerlichen Schluchten gekommen. Auch die Anlage des kanarischen Künstlers Cesar Manrique haben wir nicht gesehen.

Die Zeit ist einfach zu kurz, es lohnt sich nicht für einen Tag. Wenn man nach Gomera möchte sollte man mind. zwei bis drei Tage mit Übernachtung einplanen und dann nicht mit dem Bus fahren, oder gleich einen ganzen Urlaub dort planen. 😀

 

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Ausflug und Wanderung unter dem Teide    – Rund um den Roques de Garcia-

Als wir in Seilbahnnähe, unterhalb des Teide ankamen, erlebten wir dort ein rastloses Treiben. Alle Parkmöglichkeiten waren vergeben. Es blies ein stürmischer Wind, man konnte aus dem Auto nicht aussteigen, ohne sich vorher komplett anzuziehen. Hauptsächlich war eine festsitzende Kopfbedeckung nötig. Vors Gesicht hatten viele Leute Tücher und die kleinen Kinder mussten getragen werden, weil der Wind sie sonst umwarf. Nach einigem Suchen fanden wir dann ein Plätzchen für das Auto und machten uns sturmfest bevor wir ausstiegen. Wir hatten uns kurzfristig die kleine Wanderung rund um den Roques de Garcia ausgeguckt, stiegen in eine Schlucht runter, dort war es weniger windig. Nach kurzer Zeit konnten wir uns aus unserer Vermummung befreien, denn es war unheimlich warm, wo der Wind nicht blies. Als wir um die Felsen herum kamen wurde es auch direkt wieder windiger. Wir konnten auch am Teide sehen, dass die Seilbahn nicht in Betrieb war. Eigentlich wollten wir mit der Bahn hoch, um dort eine Wanderung zu machen. Aber die Runde hier unten war auch ganz schön.

 

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Plaza Icon de Los Vinos

Laut Reiseführer gehört ein Besuch der Stadt Icon de Los Vinos zum Pflichtprogramm. Der Ort liegt an der Westküste nicht weit von Puerto de La Cruz. Wir besuchen zuerst das Guanchen Museum. Gut ausgeschildert, leicht zu finden. Parken kein Problem, großes kostenloses Parkhaus, das Auto kann stehen bleiben, auch für die anschließende Stadtbesichtigung. Dies ist einer der wenigen Orte, auf den Kanaren, bei denen das Leben und die Kultur der Ureinwohner Teneriffas ausführlich, anschaulich und mit lebensgroßen Figuren dargestellt wird. Das Museum ist sehr empfehlenswert. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 18 Uhr außer Sonntag, Eintritt: 6 Euro pro Person

Sehr angetan von dem informativen und schönen Museum gingen wir durch die nette Innenstadt von Icon (Stadt des Weines) zur Besichtigung des vorgeblich tausendjährigen Drachenbaumes. Der Baum steht in einem Park, kann aber auch von außen besichtigt werden. Das genaue Alter ist nicht bekannt, Botaniker schätzen ihn auf 500 Jahre alt. Allein schon sein Name Drago (lat. Drache) spricht für Magie. Er ist das berühmteste Exemplar, 17 Meter hoch, Stammumfang 6 Meter. Wer ihn gesehen hat, wundert sich nicht mehr über die Sagen und Legenden, die sich um den Baum ranken. Umgeben ist der Baum von einer, eigenen Parkanlage, die mit hohen Natursteinmauern eingefasst ist. Neben dem Baum sind schöne botanische Gärten zu besichtigen, Nachbildungen aus dem Guanchen Leben, eine Weinpresse und eine Vulkanhöhle. Der Garten ist täglich geöffnet von 9 bis 20 Uhr, der Eintritt beträgt 5 Euro pro Person. Neben dem Park ist ein nettes Café, hier machten wir Pause bevor wir durch die Stadt gingen.

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Der mächtige Drago mit Gärten

In einigen der netten Häuser konnte man Wein probieren und auch kaufen. Die Altstadt hatte hübsche Winkel und schöne Plazas zu bieten. Unter hohen schattigen Bäumen lies es sich gut vorbei flanieren und die prachtvoll renovierten Patrizier Häuser bewundern.

An unseren vorletzten Tag fuhren wir noch einmal mit dem Auto, diesmal an die Ostküste, nach Güimar Puerto, ein ehemaliger Fischerort. Hier verbringen die Bewohner des höhergelegenen Ortes gern ihre Wochenenden und Sommerferien. Dennoch ist Puerto de Güimar keine Schönheit, die Urlauber begeistern könnte. Hier bleiben die Bewohner der Gegend unter sich. Wir starteten gegen Mittag am Strandweg, der anschließend ins Landesinnere über ein Lavafeld führte. Es wurde ordentlich heiß, überall tummelten sich wieder kleine Eidechsen. Die mögen die Wärme. Wir waren allerdings froh in einem großen Bogen aus dem Landesinneren, zurück in Meernähe unsere Wanderung in der Mittagshitze zu beenden.

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Anlage der“ Piramides de Güimar“

Etwas außerhalb von dem Ort Güimar gab es eine Pyramide zu besichtigen, darauf waren wir sehr gespannt. 2002 begann der verstorbene norwegische Forscher Thor Heyerdahl  mit den Ausgrabungen an den Pyramiden. Vorher hielten die Archäologen Teneriffas sie für Steine, die lediglich zur Feldsäuberung  zufällig so aufgeschichtet abgelegt worden waren. Die ebenfalls aus Norwegen stammende Reederfamilie Olsen kaufte das Gelände, um Heyerdahl die Möglichkeit zu geben, die Ausgrabungen systematisch fortzuführen und ein Besucherzentrum zu errichten. Nach Abschluss der Arbeiten ist unübersehbar , dass die Pyramiden eine besondere Bedeutung gehabt haben müssen. Nur welche, ist unklar.

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Der ethnologische Park ist den Thesen von Thor Heyerdahl gewidmet. Auf einer Fläche von 64.000 Quadratmetern kann man den Pyramiden Komplex, ein Museum, ein Auditorium und vier Spaziergänge durch die Gärten und vieles mehr entdecken. Im Museum werden die Ergebnisse der Ausgrabungen, die im Pyramiden Komplex durchgeführt wurden und die Theorien zum Ursprung und Zweck dieser Pyramiden, sowie deren astronomischen Ausrichtung zur Sonne während der Winter-und Sommer Sonnenwende dargestellt. Man erhält Informationen zu möglichen Kontakten zwischen den alten Kulturen beiderseits des Atlantiks. Der Komplex war so umfangreich, dass wir es nicht schafften den Nachmittag alles anzusehen.

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Zum Schluss mussten wir uns in der Cafeteria mit Kuchen und Kaffee stärken.

Der Museumshop hielt noch einige nette Souvenirs und Mitbringsel bereit, um sich für die Daheimgebliebenen einzudecken.

Nachdem wir unseren Mietwagen  und die Papiere zurück gegeben hatten, haben wir für den allerletzten Tag in Puerto de La Cruz uns noch den Besuch des Loro Park vorgenommen. Der Park ist der größte kommerzielle Freizeitpark auf den Kanaren und ganz in der Nähe unseres Hotels. Hier soll die größte Papageien Sammlung von der Welt sein. Die Tage und Wochen zuvor sahen wir schon die vollen Bimmelbahnen immer durch Puerto de La Cruz fahren, ebenso beobachteten wir die voll besetzten Parkplätze, wenn wir am Eingang vorbeikamen. Zeitig am Morgen gingen wir los. Die Eintrittskarten hatten wir uns schon im Hotel besorgt. Mit 34 Euro pro Person, kein billiges Vergnügen. Für Familien mit Kindern ist das ganz schön heftig.

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Eingang vom Loro Park

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Direkt beim Eingang drückte man uns jede Menge Prospekte und Pläne in die Hand. Etwas abschreckend war auch die Anzahl an Souvenir, Süßigkeiten, T-Shirts und Kappen Shops. Alle paar Meter gab es Info-Blätter oder Reklame. Nachdem wir das dann durchlaufen hatten, bekamen wir erst mit, dass viele Tiere nur in den Tiershows von der Tribüne aus zu sehen waren. Das bedeutete das wir uns den Plan ansehen mussten, wann welche Tiere präsentiert wurden. Als erstes sahen wir uns dann die Papageien Dressur an. Der Vorführungsaal war schon gut besetzt und wir bekamen noch gerade ein Plätzchen, wo wir noch etwas sehen konnten. So hatte ich mir das alles nicht vorgestellt. Die Papageien absolvierten brav ihr Programm, dann wurden wir mit der Menschenmenge weiter zu den Seelöwen geschoben, denn diese Show kam als nächstes und der Veranstaltungsort war in der Nähe.

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Anschließend sahen wir uns noch die Vorführung der Orkas an, dann stiegen wir erst einmal aus diesen Mechanismus aus. Wir gingen durch die schön gepflegt angelegten Tiergehege und beachteten keinen weiteren Zeitplan mehr. Ob die Tiere bei ihren mehrmaligen Vorführungen am Tag noch Spaß daran haben, wage ich zu bezweifeln. Eine der neueren Sensationen war der „Planet Pinguin“, eine Antarktislandschaft mit entsprechenden Temperaturen und Schneefall, es sollen mehr als 100 Pinguine dort leben. Als Zuschauer fühlte man sich mittendrin. Das war schön, hier brauchten die Tiere auch keine Vorführung zu zeigen.

Ein grosser alter Orang Utah, ein sogenannter „Silberrücken“ saß den ganzen Tag mit dem Rücken zu den Besuchern und blickte von Zeit zu Zeit mit überheblichen Blick zu den Menschen, als wollte er sagen: „Rutscht mir doch den Buckel runter.“

Am frühen Nachmittag, wurde es immer voller und wir hatten auch genug, gingen am Strand entlang zurück ins Hotel.

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Tschüss,  Teneriffa  du Schöne, pass auf Dich auf, werde nicht so wie die Südküste.

Laß es nicht zu, dass alle in den Süden streben. Sicher ist dort das Wetter beständiger, aber Fakt ist, dass es seit 2 Jahren dort nicht mehr geregnet hat, alles ist trocken und braun, Landwirtschaft ist nicht mehr möglich, selbst die Pflanzen in den Hotelgärten hängen am Tropf.

 

 

 

 

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