Botanischer Garten, Wanderung und Stadtbesichtigung, buntes Allerlei

 

Teneriffa Teil III

An einem unserer autofreien Tage sind wir zu Fuss zum Botanischen Garten von Puerto de La Cruz gegangen. Im Ortsteil La Paz präsentierte uns der Ort seine grünen und noblen Seiten. Kurz nach der Innenstadt stiegen wir den alten „Ziegenweg“ hinauf. Heute ein Treppenweg, gesäumt von vielen kleinen Souvenir Shops und Imbiss Restaurants. Immer weiter bergauf bis wir eine Plattform, mit wundervollem Ausblick aufs Meer und die Innenstadt, erreichten. Beim Aufstieg merkte ich schon das ich nicht mehr so ganz gesundheitlich in Ordnung war. Irgendwie hatte ich mir eine Infektion eingefangen. Meine Nase lief, meine Augen tränten und ich war kurzatmig. Das Wetter war auch nicht mehr berauschend, es wehte kühler Wind und dunkle Wolken zogen auf.

Das viele Deutsche hier lebten und noch mehr hier ihren Urlaub verbringen zeigten die Hinweisschilder auf den deutschen Werbetafeln. Im ganzen Viertel hießen die Restaurants und Café´s  z.B. „Edelweiss“ oder bei „Albert“. Am Ende des Viertels waren wir dann am Botanischen Garten, der komplette Name lautete „Jardin de Aclimatación de Le Orotava“, dem alten Hafen von Orotava auf Teneriffa. Der Garten wurde auf Anordnung des Königs Karl III von Spanien 1788 angelegt.

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Blumen sind das Lächeln der Erde

Es sollten die aus den Tropen stammenden Pflanzenarten, auf einem spanischen Gebiet, mit den entsprechenden klimatologischen Bedingungen akklimatisiert werden. 1790 begannen die Arbeiten nach Entwurfsplänen des Architekten Nicolas Eduardo aus La Laguna. Im Laufe der Jahre änderten sich die Zuständigkeiten häufig. Seit 1983 ist das Agrarforschungsinstitut des Ministeriums zuständig. Rund 3000 exotische Pflanzen sind zu dichtem Grün zusammen gewachsen. Es ist ein erholsamer Ort, nicht nur für botanisch Interessierte.

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Es gibt ungewöhnliche Bäume zu sehen,  wie den Riesengummibaum aus Südamerika und den betrunkenen Pfahl, dessen stachelbewehrter Stamm, der wie ein betrunkener schwankt.

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Baum mit Luftwurzeln

Wer es still und romantisch liebt ist am Seerosenteich richtig. Der Eintritt beträgt 3 Euro und der Garten ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Wer den Anstieg scheut kann auch mit der Buslinie 102 hochfahren.

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Eine Wurzel wie ein Elefantenfuss

Pünktlich, zu Beginn eines kräftigen Regenschauers, waren wir am unteren Ende des „Ziegenweges“ wieder angelangt. Dort  kehrten wir in ein nettes Café ein. Warteten   den Regen ab, bevor wir uns auf den restlichen Rückweg machten.

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Blühende Strelitzie (im Februar ?)

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Am nächsten Tag beginnen wir unsere Wanderung durch das obere Orotavatal. Die Waldzone ist geprägt von einer wilden und rauen Landschaft. In das fruchtbare Tal ziehen häufig Wolken, die die schönen Ausblicke verdecken. Das macht es so feucht und deshalb fruchtbar, für Wanderer nicht so schön, aber für die hier lebenden Menschen. Einstieg zur Wanderung war der Waldrastplatz „La Caldera“. Bis hier ist die Anfahrt auch mit dem Bus möglich, wenn man noch einen Platz bekommt. Wir haben von Mitbewohnern, aus dem Hotel gehört, dass man früh an den Haltestellen sein muss, sonst wird man nicht mehr mitgenommen, weil die Busse voll sind. Na ja, vielleicht haben wir da doch den besseren Part, mit unserem Mietwagen. Immerhin müssen wir aber auch rechtzeitig früh da sein, sonst bekommen wir keinen Parkplatz mehr ???

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Viele verschiedene Wanderwege gingen von diesem Startpunkt aus los, sie waren alle auf einer Infotafel beschrieben. So viele, dass es etwas verwirrend war. Aber wir hatten ja unser Wander Navi dabei und hielten uns an die „Pista de Los Organos“ (Orgelpfeifen). Zuerst liefen wir durch einen typischen „Pinar“, den kanarischen Pinienwald. Es war alles sehr nass, weil es kürzlich noch geregnet hatte. Die Bäume sahen aus wie „Feengewächse“. Es tropfte überall und die Luft war sehr kühl. Nicht förderlich für meine Erkältung.

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Das erste Stück des Weges ging bequem über einem breiten Forstweg, dann folgte ein etwas steilerer Pfad ein längeres Stück bergab. Auf dem Rückweg wanderten wir durch ein Stück des ländlichen Orotavatal. Danach mussten wir uns den Weg selber suchen, denn die Beschilderungen passten nicht mehr so ganz.

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Die Orgelpfeifen haben wir nur zweimal von Weitem gesehen, ich war etwas enttäuscht. Aber die Piste war wohl wegen Steinschlag verlegt worden, der Hauptweg führte jetzt etwas abseits von der Fels Säulengruppe entlang. Auch zogen gerade Wolken um die Felsen als wir vorbei kamen.

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Bei Ankunft in dem Dorf Aguamansa  schien die Sonne und es wurde direkt warm. Die Wanderung an sich war aber sehr schön und abwechslungsreich, auch ohne Foto der Orgelpfeifen.

Die Länge der Wanderung war gut 9 km und Dauer ca. 2  1/2 Stunden

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Spaziergang durch La Laguna

Zur Abwechslung fuhren wir am darauffolgenden Tag in den Nordosten der Insel, in die alte Inselhauptstadt La Laguna, mit vollem Namen San Christobal de La Laguna. Hier befand sich mehrere Jahrhunderte das geistige und politische Zentrum Teneriffas. Die erste und bis 1989 einzige Universität der Kanaren hatte hier ihren Sitz. Die Stadt ist seit 1999 Kulturerbe der UNESCO. Herrschaftliche Adelspaläste, Kirchen und Klöstern mit reich  verzierten Portalen und geschnitzten Holzbalkonen, ganze Stadtviertel sind gut erhalten.

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Aussicht vom Glockenturm

Einen zweistündigen Rundgang haben wir durch die historische Innenstadt gemacht. Dabei haben wir die Kirche von “ Nuestra Senora de La Concion“ besichtigt und sind den Glockenturm bestiegen. Von hier aus hatten wir den schönsten Ausblick auf die Stadt und Umgebung.

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Lustige Auslagen in den Schaufenstern,

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mit einer Kuh auf Rollschuhen

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Zum Abschluss gönnten wir uns in einem der hübschen Strassencafe´s  eine Kaffeepause, beobachteten die vorbeigehenden Leute, und haben eine Kleinigkeit gegessen (gegrillte kleine Paprika und Gambas). – Mhm, lecker –

Ein schöner lohnender Ausflug, sehr zu empfehlen.

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Das Glück liegt in den kleinen Dingen

5 Gedanken zu “Botanischer Garten, Wanderung und Stadtbesichtigung, buntes Allerlei

  1. Hallo liebe Petra, wie schön, viele Fotos kommen mir sehr vertraut vor. Dort war ich vor einigen Jahren ebenfalls, Ende Februar für eine Woche und es war besonders im Süden unerwartet warm. Danke für’s Erinnern und viele Grüße, Annette 🙂

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  2. Hallo Petra,
    ganz tolle Berichte. Besonders hat es mir hier die Pflanzenwelt angetan Ich habe diese Arten noch nie gesehen oder gekannt. Hat verdammt fiel Spaß gemacht zu lesen und zu sehen. Und die Wurzel erinnert wirklich an einen Elefantenfuss, aber besonders stach der Riesengummibaum hervor. Super toll.
    Danke dafür.
    Liebe Grüße, Peter

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    1. Freut mich sehr, dass es Dir gefällt. Leider hat das Anpflanzen auf Teneriffa aber nicht dazu geführt die Pflanzen auch in den Palastgärten auf dem spanischen Festland zu akklimatisieren. Das Experiment misslang, denn auf Teneriffa gedieh
      alles prächtig, aber nur wenige Ableger überstanden den europäischen Winter in Spanien. So findet man die Pflanzen nur im Botanischen Garten auf Teneriffa.
      Herzliche Grüsse

      Gefällt 1 Person

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