Jeder Tag ist anders, Frühlingsstürme ansehen und kurz danach in der Sonne sitzen

 


Als ich den Vorhang zurück zog und vom Balkon der 5.Etage über Puerto de La Cruz schaute, sah ich nichts als Wolken und Nieselregen. Die Wolken hangen fest an den Bergen. Der Regen war so, als wenn jemand mit einem Blumen Sprüher spritzte, nicht so ergiebig wie in Deutschland. Dennoch blieben wir im Ort, sahen uns vom Strand aus die tolle Brandung an. Riesige Wellen peitschte der Wind an den Strand. Wir konnten uns nicht satt sehen und machten ein Foto nach dem anderen. Einige wenige Strandliebhaber saßen unter ihren Handtüchern und Decken vermummt im Sand und warteten auf die Sonne. Die rote Fahne knatterte im Wind, „Baden verboten. “  Wer wird denn auf die Idee kommen bei dem aufgewühlten  und schäumenden Wasser ins Meer zu steigen ?

Gegen Mittag kam dann die Sonne raus und wir suchten uns ein windgeschütztes Plätzchen an der Strandpromenade.

 

IMG_3700.jpgLos Gigantes mit Regenbogen

Am darauffolgenden Tag sind wir dann wieder ins Auto gestiegen. Diesmal ging es noch ein Stückchen weiter in Richtung Südküste. Unser Ziel war Los Gigantes, zusammen gewachsen mit den Orten Puerto  de Santiago und Playa de Arena. Die Fahrt war eine ziemliche Schauckelei durch die Berge und zeitaufreibend. Zwischendurch hat es wieder ein wenig geregnet, aber es hat sich gelohnt. Der Ort Los Gigantes macht seinen Namen alle Ehre. Von einem Aussichtspunkt, oberhalb der Stadt, haben wir die „gigantischen Felsen“ bestaunt. In dem Moment als wir ankamen, hat sich direkt darüber ein Regenbogen gebildet, sogar ein Doppelter, sehr selten zu sehen.

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Kanarische Glockenblume

Feine Sandstrände, eine schmale, felsige Hafenbucht, bizarre Ufersäume und eine gigantische Steilküstenkulisse – das sind die Schätze dieses Küstenabschnittes.- Im Ort reihen sich Hotels an Appartementhäuser und Bungalowsiedlungen über die Ortsgrenzen hinweg.  Trotz der regen Bautätigkeit überwiegt in den Drillingsorten eine flache Bauweise mit kanarischen Elementen, wie dunkle Holzgeländer und rote Ziegeldächer.

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Überall blühende Bougainvillea

Die Häuser stehen inmitten tropischer Gärten. Im Sporthafen dümpeln Yachten und Ausflugsboote. Vorher gab es hier in der Gegend nur einen winzigen natürlichen Fischerhafen in einer schmalen Felsenbucht und das Fischerdorf Puerto de Santiago, davon sind nur ein  paar wenige Häuser übrig geblieben. Die meisten Fischer werfen nicht mehr selber die Angel aus, sondern schippern die Touristen auf Fischfangtour.

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Start der Wanderung unterhalb des Teide

Der nächste Tag, ein Sonntag. Das Wetter hat sich stabilisiert. Es ist gemacht für eine Wanderung. Zeitig früh fuhren wir los, damit wir noch einen Abstellplatz auf dem Wanderparkplatz am Teide bekommen. Die Anfahrt dauerte ca. 1  1/4 Stunde und es waren schon einige Mietwagen und Busse unterwegs. Wie immer fuhren wir steil bergauf, bis wir am Besucherzentrum „El Portillo“ ankamen. Viele Motorradfahrer tummelten sich auf den tollen Kurvenstrecken. So wie es aussah konnten wir das letzte Eckchen von einer Parkmöglichkeit besetzen. Die meisten Touristen strömten in das Besucherzentrum „El Portillo.“ Darauf verzichteten wir und begaben uns direkt auf die Wanderung. Die Wege waren gut ausgeschildert, dass Wander Navi war nicht unbedingt erforderlich. Wir gingen auf einer Höhe von ca. 2.100 Metern und waren über den Wolken.

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Steilwand La Fortaleza

Der Himmel leuchtete klar und sonnig, der Wind blies kräftig. Hüte, Tücher alles musste fest gebunden  werden. Die Jacken konnte man getrost schliessen, es war nicht so warm, aber eine Kopfbedeckung und Sonnenbrille war unerlässlich, weil die Hochgebirgssonne ziemlich knallte. An der ersten Weggabelung mussten wir schauen, denn wir wollten zum Tafelberg Fortaleza. Wir marschierten die ganze Zeit durch eine Halbwüste. Ab Mitte Mai blühen am Hang der Fortaleza eine grosse Anzahl von „roten Taginasten“, leider hatten wir erst Mitte Februar und die Blüte war noch nicht soweit. Wegen der grossen Anzahl der Pflanzen soll der Weg einer der schönsten im ganzen Nationalpark sein. Eine leichte Steigung gingen wir an der markanten Felsgruppe „Roque del Peral“ vorbei. Danach sah man deutlich den Bergzug „La Fortaleza“, mit einem auffälligem Steilhang.

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Am höchsten Punkt hatten wir einen guten Blick auf den Steilhang. Dort war auch deutlich erkennbar eine Rinne schräg nach oben, ein ehemaliger Wanderweg. Da der Hang inzwischen in die höchste Stufe des Naturschutzes aufgenommen wurde, darf er nicht mehr begangen werden, und ist nun eingezäunt. Der neue Weg führte uns weiter an den Zaun entlang und bald hatten wir einen fantastischen Blick auf die Nordküste und die Inseln „La Gomera und El Hierro“. Hier suchten wir uns ein schönes Plätzchen für unseren Mittags Picknick.

Man merkte schon die Höhe von mehr als 2000 Metern. Die Belastung von Herz und Kreislauf, insbesondere da wir am selben Tag von Meereshöhe heraufgefahren sind, ist gross. Auch die Hochgebirgsonne und der Wind erfordert besonderen Schutz durch Kleidung, Sonnencreme, Sonnenbrille und ausreichend Trinkwasser.

Den Rückweg machten wir über den gleichen Weg. Als wir nach dieser schönen Wanderung zurückkamen war deutlich weniger Betrieb auf Parkplätzen und Strassen. So konnten wir im eigenen Tempo die Berg- und kurvenreiche Strecke zurückfahren. In Puerto de la Cruz fanden wir auch schnell einen Parkplatz für das Auto, in Hotelnähe. So fand dieser Wandertag einen zufriedenen Ausklang.

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Teide

 

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