Leben zwischen Rhein und Wupper

Leichlingen, Bergische Kleinstadt mit Rheinischer Frohnatur. Die Blütenstadt, lieblich gelegen zwischen Köln und Düsseldorf mit rauschenden Wäldern und kleinen Flüssen. Mitten durch den Ortskern schlängelt sich die Wupper, der Amazonas des Bergischen  Landes. Kleine Brücken für Fussgänger und Autofahrer verbinden die Ortsteile. Für Wander- und Naturfans die ideale Umgebung. Viele schöne Wanderwege entlang der Wupper oder durch die Bergischen Wälder laden zu Touren ein. Über die Stadtgrenzen bekannt ist auch der Obstwanderweg. Für Fahrradfahrer bietet sich die alte Balkanstrecke an, von Wermelskirchen bis Leverkusen-Opladen, oder aber Strecken am Rhein. Das Klima hier ist nicht so kalt und rau wie im Bergischen. Es regnet weniger und die Winter sind nicht so schneereich, weil der Ort nicht so hoch liegt. Alles das waren Argumente uns hier nieder zu lassen. Was natürlich auch den Anstoss gab, ist unsere schöne Terrasse mit Blick auf den Berg. Amazonas. Das Kultur Angebot hält sich in Grenzen, na ja bei einer Stadt mit 30 Tausend Einwohnern ist da alles in klein gehalten. Dafür ist in Leichlingen aber jedes Wochenende irgend ein Event.

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Als erstes geht es los mit Karneval, der darf hier natürlich nicht unerwähnt bleiben, die Nähe zu Köln und Düsseldorf ist nicht zu übersehen. Auf dem Rathausvorplatz wird ein grosses beheiztes Zelt aufgebaut. In diesem Kult Paradies ist von Altweiber Fastnacht  bis Aschermittwoch Stimmung, besonders nach dem Blüten Samstagszug. Nach der After Zug Party ist das Festzelt prall gefüllt. Die Jecken betteln um Eintrittskarten. Über drei Kilometer zieht sich der Lindwurm durch die kleine Leichlinger Innenstadt. Das lockt die jecken Besucher von nah und fern. Wer mit Karneval nichts am Hut hat, sollte über die Tage in Urlaub fahren, oder sich zu Hause einigeln.  Die Wochenenden nach Karneval werden dann ausgefüllt mit dem Ostermarkt, danach der Frühlings-und der Blumenmarkt. Nun folgen die diversen Stadtfeste, Musik, Gourmet Feste und Flohmärkte zum Schluss noch das Erdbeerfest bis zur  Sommerpause.

20170601-dsc_0585-1.jpgWenn alle aus dem Urlaub zurück sind geht es dann weiter, denn die Feste werden gefeiert wie sie fallen, wie man so schön sagt. Seit 1896 gibt es den Obstmarkt in Leichlingen. Dieser Markt ist weit über die Stadtgrenzen bekannt und zählt zu einer Attraktion. Jedes Jahr im Oktober werden von den Obstbauern die einheimischen Produkte angeboten. Leider ist es in den letzten Jahren so, dass immer mehr Händler mit Kunstgewerbe und Geschenkartikeln die Obstbauern verdrängen. Mittlerweile wird auch Eintritt für den Obstmarkt erhoben. Mit dem eigentlichen Bauernmarkt hat das nicht mehr viel zu tun. Aber so verändert sich im Laufe der Zeit alles.

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Ein typischer Markt für Leichlingen ist noch das „Brat Apfelfest“. Danach werden die Tage schon kälter und wir wandern über die Advents- und Weihnachtsmärkte. Ich habe sicher nicht alle Feste erwähnt, aber ich denke in anderen Städten ist es vergleichsweise ähnlich.

 

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In diesem Jahr ist das fröhliche Treiben in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni erst einmal beendet worden. Mitten in der Nacht wurde ich plötzlich unsanft geweckt. Un- unterbrochen flammten Blitze auf und tauchten den Himmel in blendend grelles Licht. Donnerschläge wurden zu einem endlosen Grollen und Krachen. Der Wind heulte und der Regen rauschte. Schon kurze Zeit später rückte die erste Feuerwehr mit lalü-lala aus. Da wir in unmittelbarer Nachbarschaft einer Feuerwache wohnen, hören wir die Sirene aus nächster Nähe. So ein heftiges Unwetter habe ich in den letzten Jahren nicht erlebt. Sämtliche Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Nach 1 Stunde wurde Katastrophenalarm für die Bevölkerung ausgelöst. Der Starkregen lies nicht nach. Mit Sandsäcken wurden überquellende Bäche wieder in die Bahn gelenkt. Die Paul-Klee Schule und der Lidl Markt aus der Nachbarschaft liefen voll Wasser. Der Schlamm stand kniehoch in den Räumen. Die Strasse wurde gesperrt, weil der Weltersbach alles unterspült hatte. In der Innenstadt kam das Wasser und der Schlamm aus den Gullys und die braune Brühe verteilte sich nicht nur in den Kellern, sondern bis in die Räume der Geschäfte und Kindergärten.  Die Bewohner des  Diakonie Altenheimes Hasensprung mussten evakuiert werden, weil der Teich überlief und  die Untergeschoss Wohnungen überflutete. Im Stadtteil Büscherhofen war jedes Haus betroffen, über 300 Keller musste die Feuerwehr auspumpen. Nicht nur in der Nacht, sondern den ganzen nächsten Tag über war das lalü-lala der Feuerwehr zu hören. Unterstützung kam aus Köln, Bergisch Gladbach, Rösrath, Kürten, Wermelskirchen und Leverkusen. Die Aufräumarbeiten dauern noch an. Die Paul Klee Schule, aus unserer Nachbarschaft, wird wohl vor Jahresende nicht wieder den Betrieb aufnehmen können. Die Kinder sind auf umliegende Schulen verteilt.

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Obwohl wir sehr nah an der Wupper wohnen hatten wir Glück, da die Wupper stark reguliert wird und hoch eingedeicht ist. Auch in unserer Tiefgarage blieb es trocken.

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Die Wassermassen haben massive Schäden angerichtet. Ein Glück, dass keine Personen zu Schaden kamen. Die Hilfsbereitschaft der Leichlinger untereinander ist groß, Nachbarn helfen.

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Auf einer Ratssitzung mit Bürgermeister und Vertretern verschiedener Behörden sollen   Maßnahmen und Ursachen der Überschwemmungen besprochen werden.

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8 Gedanken zu “Leben zwischen Rhein und Wupper

  1. Ein schöner, liebevoller Bericht über „dein“ Leichlingen mit tollen Bildern. Ich liebe das Bergische. Die Landschaft und vor allem die Schieferhäuser.
    Bin froh zu hören, dass ihr von dem Unwetter verschont geblieben seit.
    Liebe Grüße, Peter

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    1. Danke für die Nachfrage, ist etwas unglücklich von mir ausgedrückt. Es handelt sich um die Balkantrasse, eine alte Eisenbahnstrecke, jetzt umgebaut als Rad und Wanderweg. Die ganze Trasse geht von Leverkusen, Wuppermündung bis nach Wuppertal, vorbei an Leichlingen und Wermelskirchen. Sehr schön zu fahren, ohne grosse Steigungen. Herzliche Grüsse aus Leichlingen

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  2. Landschaftlich ist es wirklich schön im „Bergischen Land“:
    schön hügelig, dazu alte Schieferhäuser und die berühmte Kaffeetafel mit der Dröppelminna 🙂
    Zugegeben: in Leichlingen war ich noch nicht
    Kann ja noch werden 😉
    Liebe Grüße an den Bergischen Amazonas!

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