Rückflug mit Hindernissen

Eigentlich sollte am Sonntag, dem 25. Februar um 10,40 Uhr unser Rückflug von Arrecife/Lanzarote starten. Sehr zeitig brachte uns der Bus vom Hotel zum Flughafen und wir gaben unsere Koffer zur Gepäckabfertigung. Anschließend gingen wir direkt durch die Sicherheitskontrolle, solange es noch nicht so voll war. In der Abflughalle war es noch ziemlich leer. Wir wunderten uns etwas, denn die Gate Nummer auf unserer Bordkarte suchten wir vergebens. Auch auf der Anzeigetafel war noch nichts zu sehen. Bei keinem Flug war die Nummer angegeben, komisch. Dafür hatten wir einen schönen Sitzplatz mit Blick auf das Rollfeld ergattert. Schnell fiel uns auf, dass nur wenige Maschinen starteten und landeten. Die Abflughalle füllte sich stetig mit Menschen. Schon jetzt bekamen nicht alle Wartenden einen Sitzplatz. Für die nächsten zwei Stunden tat sich nichts mehr auf dem Rollfeld. Man munkelte dass der Flughafen gesperrt wurde. Am Info-Point sagte man uns :“Es kreisen noch mehrere Flugzeuge in der Luft über dem Flughafen, was immer das heißen sollte“ ?

Flughafen Arrecife, Lanzarote.JPG

Die Verhältnisse in der Wartehalle wurden immer katastrophaler. Immer noch mehr Menschen kamen hinzu. Nun waren auch die Fussböden belegt. Wenn man zur Toilette wollte musste man über alle hinweg steigen. Überall bildeten sich Warteschlangen. Der sanitäre Reinigungsdienst war im Dauereinsatz, das Toilettenpapier ging aus. Lange Wartezeiten hatte man auch am Getränke- und Imbissstand. Aber was das Schlimmste war, es hatte niemand richtige Informationen. Die Gerüchteküche brodelte.

Lanzarote Landeanflug.jpg

Plötzlich landete eine Maschine der Fluggesellschaft Ryanair. Ein Aufatmen der Wartenden. Alle machten sich Hoffnungen , dass es jetzt voranging. Kurz darauf landete eine weitere Maschine von Easyjet. Die Maschinen wurden entladen, die Ankömmlinge stiegen aus, alles wurde für den Rückflug vorbereitet. Die Glücklichen konnten einsteigen, für sie ging es nach Liverpool und London. Was ist mit den überfälligen Fliegern von Tuifly ?  Die können doch nicht mehr in der Luft sein, soviel Sprit haben die gar nicht ? Gerüchteweise wurde erzählt, dass der Düsseldorfer Flieger in Fuerteventura oder La Palma gelandet ist ? Aber damit war uns auch nicht geholfen. Im Laufe des Nachmittages flogen immer mehr die Flieger von Easyjet, Ryanair, Jet2, Swissair und Condor. Jetzt wurde die Frage laut: „warum können die Tuifly Piloten nicht starten und landen – trauen die sich nicht bei Wind ?“

Die Warterei machte uns mürbe, aber noch mehr die Ungewissheit. Kaffee mochten wir auch nicht mehr trinken. Die Kaffeemaschine pfiff schon aus dem letzten Loch, hörte sich an wie ein Jet, vielleicht sollten wir es damit einmal versuchen ? Auf Lanzarote hatten ca. 50% Briten und Iren und 50% Deutsche und einige Andere Nationalitäten Urlaub gemacht. Alle die heute ihren Rückflug Termin hatten befanden sich in der Abflughalle, wobei einige wenige nach Großbritannien, Irland und Niederlande schon gestartet waren. Die Mehrzahl der Briten nahmen die Warterei Gelassener und Humorvoller hin, als die Deutschen, es scheint sie sind geübter im Warten. Ganz erstaunlich gut haben sich die vielen Kinder gehalten, sie spielten auf dem Fussboden mit LEGOsteinen und kleinen Autos. Trotzdem waren die Eltern nicht zu beneiden, denn sie mussten die Kurzen bei Laune halten.

Am späten Nachmittag, ca. 18,00 Uhr laut Anzeigetafel, sollte ein Flug nach Düsseldorf gehen, vom Gate 11. Sofort haben wir uns dort angestellt, merkten aber das auch die Passagiere nach Dublin dort standen. Das konnte ja heiter werden. Dann kam die Durchsage „Passagiere nach Dublin, Boarding Time, Gate 11. – Die Einen jubelten, die Anderen gingen enttäuscht zurück auf ihre Warteplätze. So ein Chaos, es spitzte sich immer mehr zu. Für uns war jetzt klar dass wir hier an diesem Tag keinen Flug nach Düsseldorf bekommen. Eine Weile später informierte uns ein Mitreisender, dass in der unteren Etage eine Information für Tuifly Kunden eingerichtet wurde. Sofort gingen wir runter und erfuhren, dass wir unser Gepäck am Band 6 abholen können. Es herrschte ein Mords- Chaos. Die Fa. Tuifly hatte 3 Personen als Ansprechpartner geschickt. Leider wussten diese Drei auch nichts anderes mitzuteilen und waren vollkommen überfordert mit der Situation. Neu war, dass jetzt versucht wurde für die Passagiere der Flüge nach Düsseldorf, Hannover, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und München Übernachtungsmöglichkeiten zu finden. Die Reisenden mit Kindern wurden bevorzugt berücksichtigt. Eine ganze Karawane wanderte schon zu den wartenden Bussen am Busbahnhof außerhalb des Flughafengebäudes. Draußen war es inzwischen dunkel geworden. Die Wartenden wurden immer ungeduldiger und aggressiver. Auf Fragen reagierten die Ansprechpersonen genervt und unfreundlich. Das förderte eine explosive Stimmung. Wir waren froh als wir endlich aufgefordert wurden zum Bussteig 49 mit unserem Gepäck zu gehen.  Dort fand dann die Verteilung auf die Hotels und Busse statt. Das funktionierte ziemlich reibungslos und  wir waren schnell in dem Hotel Floresta, in der Nähe vom Flughafen. Dort wurden wir freundlich empfangen und alles war unkompliziert, bis auf die Verteilung der Zimmer. Einige Herrschaften wollten nicht in einem 4er Apartment übernachten, obwohl die Zimmer getrennt waren, uns war es schließlich egal. Hauptsache nicht am Flughafen die Nacht verbringen. Obwohl das Personal schon abräumte, bekamen wir noch Abendessen vom Büfett, was ich als sehr nett und freundlich empfand nach diesen negativen Erlebnissen des Tages.

Landung.jpg

Die Rezeption informierte uns dann, das unser Flug am nächsten Tag erst um 18,15 Uhr nach Düsseldorf geht. So verbrachten wir noch einen weiteren Tag mit warten. Nach einem lang ausgedehnten Frühstück räumten wir bis 11,00 Uhr das Zimmer und stellten in einem kleinen Raum unser Gepäck ab. Das Wetter war herrlich und wir gingen bis Puerto del Carmen am Strand entlang, hin und zurück. Der Wind war immer noch stark trotz der Sonne. Um 15,00 Uhr bestellten wir ein Taxi zum Flughafen Arrecife. Es erwartete uns das gleiche Chaos wie am Tag zuvor. Die Halle war brechendvoll. Schon bei der Gepäckabgabe ging das Theater los. Da unsere Tickets vom Vortag waren, konnten keine neuen Kofferaufkleber erzeugt werden. Auch gab es keine neue Bordkarte. Die EDV ließ sich nicht austrixen. Aber für solche Fälle musste es doch eine Möglichkeit geben ? Daraufhin wurden wir mit den alten Tickets weitergeschickt. Durch die Sicherheitskontrolle ließ man uns nicht durch, wir wurden zurück zum Swissair Schalter geschickt, die sollten es klären. Aber die waren nicht zuständig und schickten uns zurück zur Sicherheitskontrolle. Zähneknirschenderweise ließen die uns dann durch, obwohl jedes Mal die „rote Control Leuchte“ aufblinkte. Genervt und unfreundlich wurden wir dann abgefertigt. „War es etwa unsere Schuld, dass wir immer noch hier waren“? Das Gefühl wurde uns jedenfalls vermittelt. In der Abflughalle angekommen, sah alles noch so aus wie am Vortag. Viele hatten hier in der Halle, auf dem Fussboden, die Nacht verbracht. Viele andere waren in Gemeinschaftsunterkünften, in Sportschulen oder Militäreinrichtungen untergebracht. Da konnten wir uns glücklich schätzen. Pünktlich kamen wir nicht weg, die Vorflüge hatten alle schon eine Menge Verspätung. Da hieß es erst wieder warten. Als wir dann endlich im Flieger saßen und gerade starten wollten, gab es eine Durchsage vom Piloten, dass im Gepäckraum sich ein Koffer befindet, der keinem Passagier zugeordnet werden kann, dieser Koffer mußte gesucht und aus dem Gepäckraum entfernt werden. Als das Problem dann gelöst war, starteten wir, flogen zügig und ruhig bis Köln/Bonn. In Düsseldorf konnten wir wegen des Nachtflugverbotes nicht mehr landen. Es war weit nach Mitternacht. Helmut und ich ließen uns direkt von Köln/Bonn abholen, da wir zwischen Köln und Düsseldorf wohnen. Für die anderen Reisenden standen Busse bereit, die nach Düsseldorf fuhren.

Trotz der Schwierigkeiten hatten wir einen sehr schönen Urlaub.

 

 

 

 

 

3 Gedanken zu “Rückflug mit Hindernissen

  1. Oh je……
    man stelle sich das einmal mit Kleinkindern vor…
    Gut, wenn man in der Lage ist, sich Gelassenheit zu bewahren – obwohl auch die irgendwann an ihre Grenzen kommt. Wir reisen heute alle so selbstverständlich in die Welt zu Zielen, die man für sich vor einigen Jahrzehnten gar nicht für möglich gehalten hätte. Und in den allermeisten Fällen klappt alles ja sogar recht reibungslos.
    Und wenn nicht? Spätestens, wenn alles glücklich überstanden ist, hat man immerhin viel zu erzählen 😉

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