Die Windsbraut ist aktiv auf Lanzarote

Nachdem wir uns für die kalten Nächte eingerichtet hatten, mussten wir uns jetzt noch an den dauernden Wind gewöhnen.

Zuerst haben wir am morgen unseren Mietwagen abgeholt und sind in den Nordwesten der Insel gefahren. Die Fahrzeit dauerte eine halbe Stunde. Am Ortsende von La Caleta de Famara stellten wir das Auto auf dem Parkplatz ab und begannen unsere Rundwanderung. Hier tobte sie wieder, die Windsbraut von Lanzarote. Die Luft war grau, es fegte der Wind den Sand über  die Strasse. Schon im Auto habe ich mich ausgestattet mit Haarband, Kapuze und Sonnenbrille, als Schutz für den herumfliegenden Sand. Zügig gingen wir voran in vorgebeugter Haltung um den Anstieg gegen den Wind und den Berg zu bewältigen.

Famara Kliffs .JPG

Als wir in Höhe des Bergkammes kamen lies der Wind nach und wir hatten einen fantastischen Ausblick auf die Küste. Die Brandung war gigantisch. Einige Kite Surfer vergnügten sich in den Wellen. Das Wasser war wohl noch zu kalt um diese Jahreszeit. Eigentlich ist es hier ein Surfer Paradies und mehr los. Wir gingen noch etwas weiter an diesem beeindruckenden Bergkamm vorbei bis an einen Abzweig dort stiegen wir wieder ab zum Strand hinunter. Die Wanderung dauerte zweieinhalb Stunden und hier am Strand wehte es wieder kräftig. Anschließend besahen wir uns La Caleta, ein uriges Fischerdorf auf den Lavaklippen. Abseits der Durchgangsstrasse erinnert der Ort an einsame Wildwest-Szenen. Zwischen den Häusern verlaufen breite, staubige Sandwege. Mehrere Surfshops führen alles was Wellenreiter, Windsurfer und Kiteboarder  benötigen.

Famara Küste.JPG

Im westlichen Ortsteil liegt ein kleiner Hafen mit einer Handvoll Fischrestaurants. Doch nur im Hochsommer wird es hier voll. Wir nehmen Abschied von der grandiosen Landschaft und fahren zurück nach Costa Teguise in unser Apartmenthotel, freuen uns auf das Abendessen. Der Wind macht müde und hungrig.

Am nächsten Tag machten wir eine Besichtigung. Wir hatten uns vorgenommen, einen Tag wandern und den darauf folgenden etwas anschauen. Wir fuhren mit dem Auto gen Norden, etwa eine halbe Stunde. Hier erreichten wir den Jardin de Cactus (Kactusgarten). Über 1.400 Arten waren zu bewundern. In einer stillgelegten Picongrube (lockeres Lapilligestein, entstanden beim Ausbruch der Vulkane), hat Ende der 80er Jahre Cesare Manrique nach seinen Plänen eine vielfältige Anzahl von Kakteen und Wolfsmilchgewächsen anpflanzen lassen.

Kaktusgarten.JPG

Die Kakteen reichten von winzig Kleinen bis zu Meterhohen Stachelgewächsen. Bei der Ankunft begrüßt uns vor dem Eingang ein 8 Meter hohes Prachtexemplar, was sich bei näherem Hinsehen aus Metall entpuppt. Der Parkplatz ist schon gut gefüllt, wir sind nicht alleine. Vor dem Kartenhäuschen reihen wir uns in die Warteschlange ein. Fasziniert staunten wir auf die große Grube mit einer Vielzahl von Kakteen, so etwas hatten wir noch nicht gesehen. Nicht alle Kakteen stammten aus Lanzarote, zum Teil wurden sie aus Amerika und Afrika eingeführt. Angelegt war das Ganze in Form eines Amphitheaters auf Wegen mit Lavastein.

grosse Exemplare.JPG

Bepflanzte Terrassen, Goldfischteiche und kleine Wasserfälle schmückten das ummauerte Areal. Nach knapp 20 Minuten setzte ein Platzregen ein. Natürlich waren wir nicht in der Nähe der Cafeteria oder des Souvenirshop um uns unterzustellen. Unter einem grossen Kakteenbaum suchten wir Zuflucht, was nicht so ganz glücklich war aber immerhin, besser als Nichts. So schnell wie es begonnen hatte war die Dusche auch wieder vorüber.

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Weiter kletterten wir über die einzelnen Etagen des Lavagesteins. Der Vorteil des Regens war es, dass es nicht mehr so voll war. Zuletzt gingen wir noch die Wendeltreppe hoch, zur restaurierten Gofiomühle. Das große Mahlwerk konnte besichtigt werden und der Blick von oben war den Aufstieg wert. Zum Schluss gönnten wir uns auf der Terrasse der Cafeteria, unter den Segeltuchplanen einen Cappuccino. Sowohl die Mühle als auch die gesamte Grube waren in einem völlig heruntergekommenen Zustand, bevor Manrique den Museumsgarten anlegte.  Seit dem strömen die Besucher in Scharen und Lanzarote ist um eine grosse Attraktion reicher geworden.

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Am nachmittag wollten wir noch den kleinen Ort Haria in den Bergen besuchen. Es soll einer der schönsten Orte im Inselnorden sein. Als wir die Haarnadelkurven der Serpentinstrecke nach Haria mit dem kleinen Opel Corsa hochgeklettert waren sah der Himmel schon sehr dunkel und bedrohlich aus. Der reiche Blumenschmuck und der kräftige Baumbestand weisen auf Wasserreichtum hin. Hier sind Niederschläge öfters als auf anderen Teilen der Insel. Aber warum ausgerechnet heute ? Nach einem kurzen Rundgang flüchten wir ins Auto, müssen unsere Ortsbesichtigung abbrechen. Ein anderes Mal haben wir sicher mehr Glück mit dem Wetter, es ist nicht so weit von unserem Standort und wir sind erst ein paar Tage hier und haben noch Zeit. Wir kehrten  zurück nach Costa Teguise und aßen unsere Picknickbrote im Apartment.

 

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