Neuseeland Südinsel -Die West Coast hat viele Gesichter –

IV. Teil

Früh ging es los auf die abwechslungsreiche und interessante Überfahrt mit der Fähre von Wellington zur Südinsel. Die Fahrt dauerte 3 Stunden , wir hatten Glück es war eine ruhige Überfahrt, was wohl nicht immer der Fall ist. Trotzdem war es draussen grau, windig und kalt. Lange konnte man nicht auf dem Deck bleiben. Tief im Marlborough Sounds liegt der Zielhafen Picton.

Neuseeland,Picton.jpg

Von da aus ging es mit dem Bus weiter, über eine kleine kurvige Strecke durch das Weinanbaugebiet von Blenheim (Sauvignon Blanc). Vorbei am größten Muschel Zuchtgebiet von Neuseeland (200 Muschelfarmen). Ich war froh als wir in Nelson ankamen, es war eine ziemliche „Gurkerei“ und „Wackelei“. Einige hatten Kopfschmerzen. Unsere Unterkunft lag etwas außerhalb von Nelson in Strandnähe. Sofort unternahmen wir einen Strandspaziergang, der leider nicht von langer Dauer war. Der Himmel bezog sich in kürzester Zeit pottschwarz und wir flüchteten zurück ins Hotel. Es war auch schon Zeit fürs Abendessen und so ergatterten wir noch die letzten zwei freien Plätze im Restaurant „Old Smuggler“. Am nächsten Morgen wurden wir von der Sonne geweckt. Nach dem Frühstück machten wir uns auf zum Kreativ Markt nach Nelson. Selbst angebautes Obst und Gemüse, frisch gebackenes Brot und viele Leckereien aus der Region wurden angeboten. Kunsthandwerker stellten ihre Waren aus: Schmuck, Kleidung, Keramik und vieles mehr. Für das kleine Enkelkind Eva haben wir einen handgestrickten , gestreiften Pullover mit passender Mütze, Handschuhe und Socken erstanden. „Hoffentlich passt er und kratzt nicht“? Das warme sonnige Klima Nelsons, die geschützten Strände, die kleinen Galerien und die ansässigen Kunsthandwerker sind Anziehungspunkte für die vielen tausend Besucher, die hier alljährlich ihren Urlaub verbringen. Hier lebt auch unser Reiseleiter Hans Werner mit seiner Familie und betreibt eine kleine Bio Farm. Leider ist die Zeit, die wir auf dem Markt verbringen können, begrenzt.

Markt.jpg

Markt Nelson.jpg

Insektenspray.jpg

Mit unserem Bus fahren wir nach Kaiteriteri, an den Strand, wo ein Boot auf uns wartet. Weiter ging es dann in den „Abel Tasman Nationalpark“. Nun  begann die Wanderung entlang dem „Coast Track“. Vorbei an unzähligen unberührten Buchten mit goldgelben Sandstränden umsäumt von Urwäldern prägen diesen Naturpark. Nach einer mehrstündigen Wanderung, bei traumhaften Wetter, müssen wir schweren Herzens wieder zurück. Die Natur war so schön man konnte sich nicht satt sehen.

 

Südinsel Neuseeland.jpg

Wanderung Coast.jpg

Abel Tasman NP.jpg

Im Hotel angekommen war es schon wieder Abend und am nächsten Tag war Weiterfahrt in südwestlicher Richtung, in das dich bewaldete Gebiet der Westküste bis Greymouth. Den ersten Stop machten wir an der Schlucht des Buller River, mit 169 km der längste Fluss der Region. Danach erreichten wir Westport, die Kohle Bergbau Metropole. Ein Museum mit Besuchsbergwerk dokumentiert Leben und Arbeiten unter Tage. Es gibt Wanderwege entlang des Abbau bis zur Verladung des schwarzen Goldes. Südlich von Westport bei Charleston kommen wir vorbei an vergessenen Goldgräber Siedlungen. Hier halten wir uns nicht lange auf, sondern fahren weiter zum Paparoa Nationalpark. Unser Ziel sind die „Pancake Rocks“, (versteinerte Pfannkuchenfelsen). Hans Werner, unser Fahrer und Reiseleiter,  beeilte sich um noch trocken die Pfannkuchenfelsen zu erreichen. Das ist nicht gelungen. Die ersten unserer Gruppe waren bereits klatschnass, bevor noch die letzten aus dem Bus gestiegen waren.Wir sind dann nur kurz an den Strand entlang zu den Felsen gegangen, aber der Wind und Regen war zu stark. Die einsigste Möglichkeit war einzukehren ins Visitor Centrum und ins Café´. Als kleines Trostpflaster gönnte ich mir ein Stück Kuchen, der war aber so widerlich süß, das ich ihn nicht ganz aufessen konnte. Im ganzen restlichen Urlaub habe ich keinen Kuchen mehr bestellt. Auf der weiteren Fahrt wurden nur noch kurze Pausen gemacht, weil das Wetter so extrem schlecht wurde. In Greymouth angekommen war es immer noch grau und windig, aber der starke Regen hatte nachgelassen.Ein kurzer Rundgang durch den Ort war noch möglich, nur in Strandnähe konnte  man nicht kommen, der Wind riss die Haare vom Kopf. Verwöhnt wurden wir im Ashley Hotel mit dem besten Abendessen des gesamten Urlaubs.

Bei strahlendem Sonnenschein verließen wir am nächsten Morgen Greymouth, die Grubenstadt. „Konnte das nicht gestern so sein ? Nein, dafür ist das Wetter an der Westküste zu unbeständig“.

Unser erster Halt ist in Hokitika, die ehemals wohlhabende Provinzstadt, ist heute Verwaltungssitz der Region Westland und Zentrum der Jade Verarbeitung. Jade spielte in der Maori Kultur eine bedeutende Rolle. Schlagwaffen, Schmuck, Kultgegenstände und Werkzeuge wurden aus diesem Stein hergestellt, der in nahegelegenen Flussbetten gefunden wurde. Weit mehr als die Jade Steine prägte das Gold die Stadt. 1864 siedelten die ersten Weissen an der Mündung des Hokitika River, schon 1867 lebten hier 4000 Menschen dauerhaft, mehr als heute, hinzu kamen rasch über 10.000, manche Quellen sprechen von 40.000 Gold Schürfern, die auf der Suche nach dem schnellen Glück in Hotels und Absteigen wohnten. Für einen Stadtrundgang und Strandspaziergang hatten wir 1 1/2 Stunden Zeit. Leider fanden wir keinen Greenstone. Wir besuchten einen der ansässigen Kunsthandwerker und wurden hier fündig. Ein kleines Geburtstagsgeschenk für meine Tochter als Mitbringsel, einen geschliffenen Jade Stein.

Hokitika.jpg

 

Jadeverarbeitung.jpg

Anschließend setzten wir die Fahrt entlang der Westküste in den Westland Nationalpark fort. Er zählt zu den vielseitigsten und typischsten Nationalpark Neuseelands. In den geschützten Regenwäldern und Bergen sind seltene Vogelarten wie zum Beispiel dem Kiwi Vogel (mit viel Glück, nur Nachts zu sehen) und den Kea, einer Papageien Art, anzutreffen. Kurz darauf erreichten wir die Ortschaft Franz Josef Village, hier leben nur 300 Menschen. Der ganze Ort bestand aus Unterkünften, Restaurants, Ticketbüros, Souvenir Shops und einem Supermarkt. Von hier aus gehen die Gletscher Touren los. Man kann Eisklettern, Fallschirmspringen und Helikopter Flüge buchen.

Flugrouten Helikopter.jpg

„Ein Blick zum Himmel, die Gletscher waren Wolkenfrei, die Sonne strahlte. Wir buchten einen 30 minütigen Flug.“ Das ganze Unternehmen riss zwar ein Loch in die Reisekasse (pro Person 300 NZD), aber wir haben es nicht bereut. Spannend und aufregend fand ich schon im Vorfeld den Sicherheitscheck und die Belehrung.  Fünf Passagiere (drei hinten und zwei vorne, je nach Gewicht) und Pilot passten in den Helikopter.

Einstieg Abflug.JPG

Gletscherzunge.JPG

Passagiere.jpg

Es war ein einmaliges Erlebnis über den Franz Josef und Fox Glacier, dicht an den Felswänden vorbei, zu knattern. Am höchsten Gipfel Aoraki Mt Cook (3754 m) zogen wir in einer Schleife vorbei. Zwischendurch landeten wir auf einem Schneefeld am Franz Josef Gletscher. Es  war herrlich durch den Schnee zu laufen und die Stille des Gletschers zu genießen. Dazu kam, dass es vollkommen Windstill und angenehm mild war. Das Licht war so gleisend man mußte die Augen mit einer Sonnenbrille schützen. Gerne wäre ich noch einige Runden weiter geflogen. Ich konnte nicht genug bekommen, aber diese Bilder sind unvergesslich.

Gletscherflug.jpg

 

Gletscher.JPG

Wir übernachten im Glacier Counry Hotel und blieben noch einen weiteren Tag in der Gletscherwelt. Am nächsten Morgen um 7 Uhr früh starteten wir ohne Frühstück, um am Lake Matheson dem Spiegelsee, den Sonnenaufgang zu fotografieren. Noch waren wenige Touristen unterwegs und das Wetter gut. Tagsüber verweht der Wind oft die berühmten Spiegelbilder. Vom „Peak View Point“ hat man einen Panoramablick auf den Fox Glacier fast in seiner ganzen Länge und die Gipfel der „Southern Alps“ inklusive Aoraki Mt Cook. Zurück, im Café´am See suchten wir uns ein schönes Plätzchen auf der Terrasse und ließen uns das Frühstück schmecken. Vor uns der Blick auf die Berge mit aufgehender Sonne. Langsam bildeten sich die Wolken um die Gipfel. Die Parkplätze waren bereits überfüllt und die Wege mit Fotoblick von Touristen belagert. Es war eine gute Idee von unserem Reiseleiter uns so früh aus den Federn zu holen.

Spiegelsee.JPG

3 Gedanken zu “Neuseeland Südinsel -Die West Coast hat viele Gesichter –

  1. Danke für den schönen, lesenswerten Reisebericht und die herrlichen, tollen Bilder. Wow. Nun, die „Jade Metropole“ Hokitika wirkt wirklich etwas verlassen. Und ich ziehe meinen Hut vor dir, fliegen und dann noch Hubschrauber, wäre nicht meins, aber traumhafte(s) Bilder und Sehvergnügen. Und der Himmel wurde pottschwarz. Na, 🙂
    Grüße aus´m Pott

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s