Nordinsel Neuseeland Bay of Islands

Teil II

Nachdem wir in Paihia, einem munteren kleinen Badeort, gut geschlafen und gefrühstückt hatten, standen die nächsten beiden Tage zu unserer freien Verfügung. Wir entschieden uns zu einer Bootstour durch die Inseln und Inselchen des Naturparadies der Bay of Islands zu fahren. Die Fahrt ging zum Cape Brett im Norden der Bay. Vorbei an den Black Rocks, einem Gewirr von Basaltfelsen steuerte das Boot „Hole in the Rock“, ein durch Wellen geschlagenes Loch in den Felsen, an. Das Loch ist so groß das die Ausflugsboote durchfahren können, solange der Seegang es zuläßt. Das Wetter war ideal für eine Bootsfahrt, der Himmel und die Wolken wie gemalt. Wir schreiben den Monat Dezember und in Deutschland herrschte das typische usselige Winterwetter. Umso mehr genossen wir die Sonne.

Katamaran.JPG

Nach einiger Fahrzeit tauchten links vom Boot Delfine auf und begleiteten uns. Sie schienen sichtlich Vergnügen zu haben, ihre Sprünge und Kunststücke für die Fotografen zu zeigen. Der Schiffsführer hatte zu Beginn der Fahrt schon angekündigt: “ Tauchen Delfine auf, die ohne Jungtiere unterwegs sind, darf man ins Wasser, um mit ihnen eine Runde zu schwimmen.“ Schnell hatten sich ein Teil der Passagiere umgezogen, ein Netz wurde neben dem Boot ausgeklappt, über das man ins Wasser stieg. Aber so bald sich die ersten Schwimmer im Wasser befanden, tauchten die Delfine ab oder wechselten auf die andere Bootsseite. Und so ging es hin und her, die Menschen stiegen ins Wasser die Delfine tauchten ab, sobald die Schwimmer wieder in  das Netz stiegen kamen auch die Delfine zurück. Es sah nicht so aus als wenn sie mit der Menschenmeute schwimmen wollten. Anscheinend hatten die Delfine heute keine Lust. So sorgte der Skipper für den Spaß der Schwimmer. Als alle im Netz saßen, jagte er den Katamaran mit voller Kraft voraus übers Wasser. Laut kreischend klammerten sich die Badewilligen ans Netz fest und wurden durchs Wasser gezogen. Dieser Spaß nennt sich „Boom-netting“. Die Neuseeländer sind für sämtliche Wassersportarten zu  begeistern, teilweise sind auch sehr derbe und skurrile Späße dabei.

Delphin Schwimmen.jpg

Die Tour dauerte insgesamt 6 Stunden und bestand aus einem Mix aus Sightseeing, Aktivitäten, Fun und Naturkontakten. Durch das „Hole in the Rock“ ist der Skipper natürlich durchgefahren. Eine tolle Leistung, das Boot langsam Zentimeter um Zentimeter durch das Felsentor zu steuern. Rechts und links waren die Felswände zum berühren nah. Weiter ging die Fahrt an wunderschönen kleinen Inseln vorbei mit einem großen Bogen um „Cape Brett“ zurück in den Hafen von Paihia. Unterwegs gab es noch Robben und einen kleinen Pinguin zu bestaunen. Auch die Delfine begleiteten uns wieder, aber es wollte niemand mehr mit ihnen schwimmen und sie konnten in Ruhe ihre Sprünge vor führen. Wieder im Hafen angekommen spürten wir Müdigkeit und Hunger. Unsere Gesichter brannten vom Seewind und der Sonne, aber wir hatten einen erlebnisreichen und fröhlichen Bootstag.

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An unserem 2. Tag zur freien Verfügung entschlossen wir uns nach Waitangi zu fahren und das „Treaty House“ zu besichtigen. Dies ist Neuseelands bedeutendste historische Sehenswürdigkeit, für geschichtlich Interessierte ein absolutes Muß. Hier wurden 1840 die Friedensverträge zwischen den Maori und den Weißen unterzeichnet. In Waitangi National Reserve (Besucherzentrum) konnte man halbstündlich eine audiovisuelle Aufarbeitung der Vertragsunterzeichnung mitsamt Vorgeschichte und Folgen ansehen. Als zweites großes Gebäude war das Whare Runanga ein typisches Maori-Versammlungshaus zu besichtigen. Das Haus zeigt mit seinen reichen Schnitzereien einen Querschnitt durch die Bildsprachen Neuseeländischer Künstler. Ein imposantes Schnitzwerk ist auch an dem wohl ältesten Kriegskanu der Welt zu bewundern. Allein der Rumpf soll drei Kauri-Stämme verbraucht haben. 150 Krieger und 80 Ruderer passen in das 35,7 m lange Boot. Zu besonderen Anlässen (z.B. am 6.Februar Waitangi Day) wird es zu Wasser gelassen. Passend zu diesem historischen Ort sind auch die üppig blühenden Außenanlagen und der Blick vom Gouverneurshaus auf die Bucht. An diesem schönen Fleckchen Erde suchten wir uns eine schattige Bank und nahmen unser Mittagspicknick ein. Ausgeruht und gestärkt gingen wir zu Fuß über die Brücke des Waitangi River zurück zum Hafen nach Paihia.

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Tags zuvor sind wir von hier zu unserer Bootstour gestartet, heute nehmen wir die Fähre nach Russel. Einem kleinen romantischen 1000 Einwohner-Städtchen, dass früher als „Höllenloch des Pazifik“ bezeichnet wurde. Diesen Namen erhielt der kleine Ort nachdem 1842 der Feuerteufel gewütet hatte. 1845 erwischte das Feuer noch einmal das wieder aufgebaute Russel, als hier ein heftiger Kampf zwischen Weißen und Maori ausbrach. Heute macht der Ort einen verschlafenen Eindruck. Kaum ist man vom Hafen etwas entfernt, hat man das Gefühl alleine unterwegs zu sein, keine Menschenseele mehr zu sehen. Mitten im Ort erklimmen wir eine steile Anhöhe. Oben angekommen stellen wir fest, dass sich die Mühe gelohnt hat. Die Aussicht ist hervorragend. Nachdem wir uns satt gesehen hatten, zockelten wir zum Hafen zurück, setzten uns in die Sonne, beobachteten das Treiben und genehmigten uns ein köstliches neuseeländisches Bier. Danach genießen wir die Ruhe, der nächste Tag ist wieder ein Fahrtag für die ganze Gruppe, die Rundreise geht weiter.

Garten Treaty House.JPG

3 Gedanken zu “Nordinsel Neuseeland Bay of Islands

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